Wissenschaftlicher Arbeitsstand
Stand August 2026
Ausgangspunkt, wissenschaftliche Entwicklung und aktuelle Arbeitsrichtung
Bisherige Entwicklung
Ausgangsmanuskript
Grundlage des Promotionsvorhabens
Projektvorstellung (BLfD)
Erste externe Diskussion des Forschungsvorhabens
Vertiefte Reliefanalyse
Erste geomorphologische Analyse und Plausibilisierung
Forschungskolloquium
Vorstellung und Diskussion des Forschungsvorhabens an der Professur für Physische Geographie der TU Dresden
Fachgespräch
Austausch mit einer Mitarbeiterin der Professur für Umweltfernerkundung der TU Dresden zur Vertiefung und Schärfung des Forschungskonzepts
Erneuter fachlicher Austausch (BLfD)
Konkretisierung der Publikationsstrategie sowie Eingrenzung geeigneter Untersuchungsräume und Datengrundlagen
Methodische Weiterentwicklung – Isartal
Übergang von der großräumigen Reliefanalyse zur räumlichen Gliederung von Haupttal und tributären Talsystemen als Vorbereitung einer DGM1-basierten Untersuchung potenzieller Terrassenstrukturen
Methodischer Übergang
Aus der bisherigen Reliefanalyse ergibt sich als nächster methodischer Prüfpunkt die Frage, wie potenzielle Terrassenflächen nicht nur über ihre absolute Höhenlage, sondern relativ zu ihrem jeweiligen Talraum beschrieben werden können.
Dabei ist zwischen dem Haupttal der Isar und tributären Tälern zu unterscheiden, da sich deren lokale Bezugsniveaus und Reliefentwicklung unterscheiden können. Vor einer hochauflösenden DGM1-basierten Terrassenanalyse wird der Untersuchungsraum deshalb zunächst grobmaßstäbig in Haupttal und tributäre Talsysteme gegliedert.
Die hydrologische Analyse stellt damit keinen neuen Forschungsschwerpunkt dar, sondern dient der räumlichen Vorbereitung der nachfolgenden geomorphologischen Untersuchung.
Aktueller Arbeitsschritt
Im aktuellen Arbeitsschritt wird eine grobmaßstäbige hydrologische Gliederung des Untersuchungsraums aufgebaut. Ziel ist dabei keine hochpräzise Abflussmodellierung. Die hydrologisch abgeleiteten Strukturen dienen vielmehr dazu, das Isartal und seine tributären Täler als unterschiedliche geomorphologische Bezugsräume abzugrenzen.
Die hydrologische Gliederung ist damit die räumliche Vorbereitung für eine anschließend hochauflösende DGM1-basierte Untersuchung potenzieller Terrassenstrukturen in ausgewählten tributären Talsystemen.
Hydrologische Gliederung – bisheriger Arbeitsstand
- Das SRTM wurde nach ETRS89 / UTM 32N (EPSG:25832) projiziert und für die hydrologische Analyse vorbereitet.
- Das Höhenmodell wurde hydrologisch konditioniert und anschließend eine D8-Fließakkumulation berechnet.
- D8 und Multiple Flow Direction (MFD) wurden explorativ verglichen. Für die derzeitige grobmaßstäbige Strukturierung wird mit D8 weitergearbeitet, da hier ein eindeutigeres Gerinnenetz für die Abgrenzung tributärer Systeme benötigt wird.
- Für die Ableitung des Gerinnenetzes wurden unterschiedliche Akkumulationsschwellen getestet. Der aktuell verwendete Schwellenwert ist ein explorativer Arbeitswert und keine allgemeingültige hydrologische Festlegung.
- Aus dem abgeleiteten Gerinnenetz wurden mit Watershed Basins (Extended) Basins und Subbasins berechnet.
- Die Subbasins sind zunächst einzeln nummeriert. Räumlich zusammengehörige Teilgebiete können im nächsten Schritt zu vollständigen tributären Talsystemen zusammengeführt werden.
Die heutige Isar dient dabei als räumliche Hauptflussreferenz. Exakte Mündungs- und Gebietsauslasspunkte werden in diesem Arbeitsschritt noch nicht als zentrales Auswahlkriterium behandelt und können später gezielt verfeinert werden.
Räumliche Einordnung der tributären Systeme
Die folgende Abbildung zeigt den aktuellen hydrologischen Arbeitsstand im topographischen Kontext. Dargestellt sind das digitale Höhenmodell, der rezente Verlauf der Isar, das aus dem SRTM abgeleitete D8-Gerinnenetz sowie die nummerierten Subbasins.
Hydrologische Gliederung des Untersuchungsraums
Abbildung: Hydrologische Gliederung des Untersuchungsraums auf Grundlage des SRTM. Dargestellt sind das Relief, der rezente Verlauf der Isar, das hydrologisch abgeleitete D8-Gerinnenetz sowie die nummerierten Subbasins. Die Nummerierung dient der eindeutigen Ansprache einzelner hydrologischer Teilgebiete.
Die dargestellten Subbasins bilden zunächst hydrologisch abgeleitete Arbeitseinheiten. Sie sind noch nicht mit vollständigen geomorphologischen Talsystemen gleichzusetzen. Im nächsten Schritt soll geprüft werden, welche benachbarten Teilgebiete zu gemeinsamen tributären Talsystemen zusammengefasst werden können.
Wie ist diese Gliederung zu verstehen?
Die dargestellten Grenzen sind zunächst eine hydrologisch abgeleitete Arbeitshilfe. Sie werden nicht als geomorphologisch endgültige Talraumgrenzen interpretiert.
Entscheidend ist vielmehr, dass Haupttal und tributäre Systeme räumlich getrennt betrachtet werden können. Dies ist insbesondere für die geplante Analyse relativer Höhen relevant: Eine Geländeoberfläche besitzt ihre geomorphologische Bedeutung nicht allein über ihre absolute Höhe, sondern über ihre Lage zum jeweils zugehörigen Tal- beziehungsweise Gerinnesystem.
Die hydrologische Gliederung schafft damit den räumlichen Bezugsrahmen für die nachfolgende hochauflösende Reliefanalyse.
Fachliche Auswahl der tributären Systeme
Welche der dargestellten tributären Talsysteme erscheinen aus geomorphologischer und regionalgeologischer Sicht besonders geeignet für eine weiterführende DGM1-basierte Untersuchung potenzieller Terrassenstrukturen?
Die Auswahl soll bewusst nicht allein aus der automatisierten hydrologischen Ableitung erfolgen. An dieser Stelle soll fachliches Wissen über die Landschaftsentwicklung des Isartals einbezogen werden.
Besonders hilfreich wäre daher eine Rückmeldung anhand der nummerierten Subbasins: Welche Teilgebiete sollten zu einem gemeinsamen tributären Talsystem zusammengefasst werden und welche dieser Systeme wären für die weitere geomorphologische Analyse besonders relevant?
Die Auswahl legt noch keine geomorphologische Interpretation oder Terrassenklassifikation fest. Sie bestimmt zunächst lediglich, welche Talräume im nächsten Arbeitsschritt detaillierter untersucht werden.
Nächster methodischer Schritt
Langfristige Perspektive
Diese Perspektive beschreibt eine mögliche langfristige Forschungsrichtung. Sie legt den konkreten Gegenstand der ersten Publikation noch nicht fest.